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video, Tourismus Community Austria | 05. Sep. 2011 | Alpbach
Keine Angst vor Kettenhotellerie
Die österreichische Ferienhotellerie wird sich gegenüber Betreibergruppen behaupten können, wenn sie den Strukturwandel ernst nimmt und noch professioneller wird, so das Resümee der zweiten Tourismus Community Austria (TCA) im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach am 31. 08. 2011.
Die zweite Diskussionsveranstaltung der Tourismus Community Austria am 31. August 2011 widmete sich der spannenden Frage „Wer wird heute noch Hotelier?“. Rund 120 Touristiker, Interessensvertreter und Journalisten verfolgten im Congresszentrum Alpbach die Podiumsdiskussion unter der fachkundigen Leitung von Prof. Mag. Hubert Siller (MCI Tourismus Innsbruck).
Konkurrenzdruck nimmt zu, Authentizität als Schlüssel zum Erfolg
Das Podium der Tourismus Community Austria war mit Mag. Wolfgang Kleemann (Österreichische Tourismusbank), Dr. Petra Stolba (Österreich Werbung), Dr. Jakob Edinger (ETB Edinger Tourismusberatung), Erich Falkensteiner (Falkensteiner Michaeler Tourism Group) und Dr. Alois Kronbichler (Kohl & Partner) hochkarätig besetzt. Nachstehend sind die zentralen Inhalte der Diskussion zusammengefasst:
• Internationale Hotelketten und Betreibergruppen konnten bisher in der österreichischen Ferienhotellerie nicht wirklich Fuß fassen. Es fehlt an spezifischem Know how, was Standort, Produkt und Gastgeberqualitäten betrifft.
• Anders stellt sich die Situation in der österreichischen Stadthotellerie dar. Hier ist, wie in anderen europäischen Ländern auch, ein Vordringen der Kettenhotellerie zu beobachten. Das rasche Wachstum dieser Konzerne ist dadurch zu erklären, dass es gelungen ist, Besitz von Betrieb zu trennen, was in der Ferienhotellerie die Ausnahme darstellt.
• In einigen österreichischen Tourismusregionen nimmt die Sorge zu, internationale Betreibergruppen könnten verstärkt in den Markt drängen und die Familienbetriebe über rigorose Preispolitik und eine enorme Marketingmaschinerie noch mehr unter Druck setzen. Eine Lösung besteht darin, dass auf regionaler Ebene Hotel-Masterpläne erstellt werden, die die tatsächlich verträglichen Bettenkapazitäten festlegen.
• Mehr Erfolg in der heimischen Ferienhotellerie haben regionale Kooperationen sowie Betreibergruppen, die einen lokalen Hintergrund (oft in Familienbetrieben) haben. Diese Betreiber führen neben dem eigenen oft noch den einen oder anderen Hotelbetrieb vor Ort. Sie verfügen über ausgezeichnetes Standortwissen, ein gutes regionales Netzwerk und den für den alpinen Raum typischen und vom Gast geschätzten Qualitätsanspruch bei den persönlichen Dienstleistungen.
• Der Strukturwandel in der Ferienhotellerie setzt zahlreiche Betriebe und deren Unternehmer unter Druck. Ein Hotelier kann sich heute nicht mehr nur auf die Gastgeberrolle beschränken sondern muss Qualifikationen in Betriebswirtschaft, Marketing, Controlling und Mitarbeiterführung haben.
• Der Schlüssel zum Erfolg, so das gemeinsame Resümee des Podiums, liegt aber im Produkt. Nur wenn dieses authentisch ist, wird es vom Gast angenommen. Das Hauptaugenmerk der österreichischen Hotellerie sollte demnach auf der Professionalisierung des Produktes liegen.
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