literatour
2015

Die landschaftliche Schönheit der Region Achensee diente zahlreichen Schriftstellern als Quell der Inspiration. An diese Tradition knüpft die achensee.literatour an, das junge Tiroler Literaturformat, das von 21. bis 23. Mai 2015 seine vierte Auflage erlebt.

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  • Dorfer sticht in See

    Am Freitagabend stand mit der Schiffslesung von Alfred Dorfer und „Die Zeit“-Österreich-Chef Joachim Riedl, das nächste Highlight bei der achensee.literatour am Programm. Die beiden unterhielten die voll besetzte MS Innsbruck mit den politischen Glossen des Kabarettisten, die wöchentlich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erscheinen. Zum Abschluss der vierten achensee.literatour ging es am Samstag mit der deutschen Bestsellerautorin Wiebke Lorenz zur Krimiwanderung auf die Rodlhütte bei Pertisau.
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  • Rückblick 2015

    Von „Literatur am Schiff“ bis zur Krimiwanderung – so abwechslungsreich gestaltete sich wieder das Literatenfestival am Achensee.
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literatour 2015

Bernhard Aichner und Thomas Raab begeisterten mit ihrer Eröffnungslesung
Bernhard Aichner feiert derzeit weltweite Erfolge mit seinem Bestseller „Totenfrau“, Thomas Raab zählt mit seinen Metzger-Krimis zu den bekanntesten deutschsprachigen Kriminalautoren. Am Donnerstagabend eröffneten sie zusammen die vierte achensee.literatour in Achenkirch. Die launige Mischung aus Lesung und Doppelconférence begeisterte das Publikum im voll besetzten Alten Widum. Moderator Joachim Riedl, leitender Redakteur der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ in Wien, führte durch den kurzweiligen Abend. Zugleich erlebten die Besucher eine Premiere: Aichner las erstmals aus seinem neuen Thriller „Totenhaus“, dem zweiten Teil seiner Trilogie um die „Totenfrau“ Blum mit der er im Moment weltweit auf den Bestsellerlisten firmiert. „Totenhaus“ erscheint im August 2015 und verspricht erneut ein Erfolg zu werden. „Es hat Freude gemacht, endlich aus diesem Buch vorzulesen, an dem ich so lange gearbeitet habe“, genoss der Erfolgsautor die erste Lesung aus dem neuen Roman. Raab las aus seinem aktuellen Roman „Still“, mit dem er sich sehr erfolgreich von seinem bisherigen Protagonisten Metzger „emanzipierte“. Für Fans des Serienhelden aber kein Grund zur Sorge, wie Raab verspricht: „Ich schreibe bereits am nächsten Metzger-Krimi.“

Stipendium geht an Theodora Bauer
Im Rahmen der achensee.literatour wird jährlich ein Förderstipendium an eine oder einen Jungautor bzw. Jungautorin verliehen. Die Auswahl erfolgt im Intendantenprinzip: als etablierte Literaten schlagen die jeweiligen Eröffnungsleser einen Nachwuchsautor vor, der das mit 1.500 Euro sowie einem einwöchigen Arbeitsaufenthalt in der Region Achensee dotierte Stipendium erhält. Zudem bekommen die Preisträger einen Warengutschein des Buchhandelspartners Thalia. Das diesjährige Stipendium geht an die 24-jährige Wienerin Theodora Bauer, die mit ihrem Romanerstling „Das Fell der Tante Meri“ überzeugte. Für Bauer eine große Überraschung: „Ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut und das viele Lob hier tat richtig gut.“ Mit ihrer Lesung wusste die Preisträgerin auf Anhieb das Publikum zu begeistern. Auch die nominierenden Autoren Aichner und Raab waren von Bauers Schreib- und Lesestil angetan: „Mit Anfang 20 so aufzutreten und zu schreiben, ist wahrlich bemerkenswert. Eine würdige Stipendiatin.“

Dorfer sticht in See
Rund 120 Gäste kamen am Freitagabend in den besonderen Genuss einer Schiffslesung von Kabarettist Alfred Dorfer und Joachim Riedl, leitender Redakteur von „Die Zeit“ in Wien, auf der MS Innsbruck. Kapitänin Daniela Neuhauser von der Achensee Schifffahrt begrüßte die prominenten Gäste in Pertisau und zeigte sich vom hohen Besuch angetan: „Seit vier Jahren sind wir Partner der achensee.literatour und dass nun Alfred Dorfer auf meinem Schiff liest, freut mich sehr.“ Der bekannte Entertainer unterhielt zusammen mit dem Journalisten Riedl das Publikum mit Lesungen aus ihrem gemeinsamen Buch „Donnerstalk“, in dem die gesammelten Glossen Dorfers erschienen sind. Wöchentlich veröffentlicht er seine satirischen Gedanken zur österreichischen Innenpolitik in der deutschen Wochenzeitung. Am Achensee gaben er und Riedl eine Auswahl der besten Glossen aus den vergangenen neun Jahren zum Besten. Das Publikum unterhielt sich prächtig, während so manche Posse der heimischen Politik wiederauflebte. Für Dorfer war die Lesung am Schiff eine Premiere: „Ich habe erst einmal am Wasser gelesen, aber damals war das Boot fest an der Kaimauer vertäut.“ Die Region an Tirols größtem See kennt der Kabarettist hingegen sehr gut: „Ich war hier schon mehrmals mit meinem Sohn zu Besuch und ich finde die Idee eines Literaturfestivals in dieser fjordartigen Landschaft großartig.“

Krimiwanderung als Finale
Den Abschluss des dreitägigen Literaturfestivals bildete am Samstagvormittag die Krimiwanderung mit der deutschen Bestsellerautorin Wiebke Lorenz. Sie verbrachte auf Einladung des TVB Achensee bereits eine ganze Woche in der Region und verfasste eigens einen Kurzkrimi für die Wanderung auf die Rodlhütte bei Pertisau. Die spannend-skurrile Geschichte spielt in der Region. Am Weg auf die Hütte wurden immer wieder Lesestopps eingelegt und die rund 40 Mitwandernden erfuhren dabei immer mehr zum Plot. Die Auflösung, wer nun der Mörder war, folgte am Ziel hoch über dem Achensee. Für Lorenz war die Wanderung eine einmalige, wenn auch etwas kalte Erfahrung: „Es freut mich, dass trotz Regens so viele Krimifreunde gekommen sind. Für mich war es etwas ganz Besonderes, auf einem Berg zu lesen. Die Region ist wunderbar und dieses Literaturfestival unterstreicht ihre Schönheit zusätzlich.“ Auch TVB-Obmann Martin Tschoner zog am Ende der vierten Auflage der achensee.literatour zufrieden Bilanz: „Wir haben es geschafft, binnen weniger Jahre ein neues Literaturformat in Tirol zu etablieren. Es war nicht einfach, aber der große Publikumserfolg der diesjährigen achensee.literatour zeigt, dass wir am richtigen Weg sind.“ Er freue sich bereits auf die Fortsetzung 2016, so Tschoner.

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