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Ressort: Gipfeltreffen der Wetterfrösche, Chronik, Events, Lifestyle, Tourismus
Datum: 05. Okt. 2008
Es könnte ein kalter Winter werden
Christian Häckl, RTL-Wetterchef und Initiator des Gipfeltreffens der Wetterfrösche ist überzeugt davon, dass gerade das Ötztal heuer der ideale Austragungsort für diesen einmaligen „Branchentreff“ ist. Vom 16. bis 18. Oktober treffen sich im Ötztal zum zweiten Mal die Wetterfrösche des deutschsprachigen Fernsehens und Radios. Im Interview erzählt Christian Häckl, dass es heuer ein kalter Winter werden könnte.
Herr Häckl, wenn sich Wetterfrösche treffen, worüber reden sie denn? Über das Wetter?
Häckl: Zuerst gibt es natürlich einmal ein Hallo. Man trifft sich ja nicht so oft. Aber dann gibt es gleich Anknüpfungspunkte und man kommt sehr schnell aufs Wetter zu sprechen. Beim ersten Gipfeltreffen der Wetterfrösche war es so, dass wir gleich darüber diskutiert haben, wie schlecht wohl morgen das Wetter werden würde. Jeder hat da gleich seine eigene Prognose abgegeben.
Dieser internationale Erfahrungsausstausch im Ötztal – davon profitiert jeder Wetterfrosch?
Häckl: Ja. Die unterschiedlichen Fernsehanstalten haben ja auch unterschiedliche Schwerpunkte beim Wetter. Da ist Erfahrungsaustausch wichtig. Man sieht zwar abends die Kollegen im Fernsehen. Da kommen einem da immer wieder Fragen, wie das gemacht wird, wo sie ihre Daten herhaben. Und diese Fragen kann man nun beim Gipfeltreffen im persönlichen Gespräch anbringen. Das gab es früher nicht, insofern ist dieses Treffen sehr wichtig für uns.
Heuer wird in Kooperation mit TV-Media der beste deutschsprachige Wetterbericht gekürt. Sie sitzen in der Jury. Was macht einen guten Wetterbericht aus?
Häckl: Als allererstes muss er verständlich sein. Alles drumherum muss passen. Der Moderator darf nicht polarisieren, sollte sympathisch sein. Zuviel Schnickschnack ums Wetter ist nicht gut. Die Leute wollen kurz und prägnant wissen, wie morgen das Wetter wird.
Das Image der Wetterfrösche – bekommt man oft Kritik oder ist die Resonanz gut?
Häckl: Ich mache ja das Wetter für ganz Deutschland, das ist leichter. Ein Kollege – wie zum Beispiel der Erhard Berger in Tirol – hat es da schon schwerer, weil die Zahl der Fehlprognosen in einem kleinen Land wahrscheinlich größer ist. Beispiel: Kommt morgen Föhn oder nicht? Ich hingegen mache das Wetter für ganz Deutschland und da müsste schon viel danebengehen, dass das Wetter komplett falsch ist. Die klassische Fehlprognose ist für ganz Deutschland schwierig.
Sie sind durch Ihre Studienzeit eng mit Tirol verbunden. Zu den beiden Begriffen „Ötztal“ und „Wetter“ – was fällt Ihnen da spontan ein?
Häckl: Ich bin oft in Tirol, gehe sehr gerne auf die Berge. Und Ötztal und Wetter ist sicherlich spannend. Du hast die höchsten Berge dort, das Tal ist groß – das ist meteorologisch sehr interessant. Für das Gipfeltreffen der Wetterfrösche ist das der richtige Ort. Im deutschen Fernsehen werden die Bilder vom Gletscher sicherlich für Aufsehen sorgen.
Also der perfekte Platz fürs Gipfeltreffen der Wetterfrösche?
Häckl: Perfekt ausgesucht. Der Wilde Kaiser 2007 war ein super Einstieg. Heuer setzen wir noch eines drauf. Gletscher und Schnee im Oktober – das sind Bilder vom Ötztal, die einfach in einer Wettervorhersage sicherlich gut ankommen werden. Vor allem in Deutschland.
Was halten Sie von Bauernregeln?
Häckl: Es gibt schon Bauernregeln, die spannend sind. Man darf sie nur nicht wörtlich nehmen. Das sind meteorologische Erfahrungswerte, die interessant sind. Für uns sind es Anhaltspunkte, die ganz gut sind.
Werden wir am 16. Oktober beim Gipfeltreffen der Wetterfrösche erfahren, wie der heurige Winter wird?
Häckl: Nach ein, zwei Bier spekuliere ich ganz gerne. Warum nicht? Ich würde schon der Meinung sein, dass der heurige Winter deutlich kälter wird. Ob er schneereicher wird, kann ich nicht sagen. Aber ein kälterer Winter ist wieder einmal fällig.
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